Taufe

Ein Kind mag noch so gründlich von seinen Eltern gewaschen worden sein: Bei der Taufe wird sein Kopf trotzdem mit Wasser übergossen. Bisweilen taucht man es sogar hinein („taufen“ kommt von „tauchen“). Daran schließen sich weitere Zeichenhandlungen an. Warum das?

In der Taufe schließt Gott den Täufling – bildlich gesprochen – liebevoll und zärtlich in seine Arme. Da bleibt kein Platz für Sündiges, Unreines! Das Taufwasser symbolisiert diese Reinheit, die Gott schenkt. Zwar werden bei uns meistens Säuglinge getauft, die natürlich noch nicht schuldig werden können. Gott befreit die Kinder aber von der Belastung, die sie von den sündig gewordenen ersten Menschen ohne eigene Schuld „geerbt“ haben (deshalb spricht man von der „Erbsünde“). Wenn ein Erwachsener getauft wird, nimmt Gott zusätzlich die Sünden hinweg, die dieser begangen hat und bereut.

Wasser ist darüber eine Grundlage des Lebens. Das wurde uns in den „Rekordsommern“ der letzten Jahre besonders deutlich, als die Sonne da, wo nicht gewässert wurde, den Boden, die Pflanzen und die Ernte verbrannte. In der Taufe schenkt Gott uns nicht nur Reinheit, sondern auch Leben – neues Leben in der Gemeinschaft mit ihm. Wie Christus selbst erwerben wir als seine Jünger dieses Leben freilich durch den Tod hindurch, den er zum Tor zur Auferstehung gemacht hat. Und dass Wasser auch den Tod bedeuten kann, haben wir an Erft und Ahr im Juli 2021 schmerzlich erfahren.

Schließlich werden wir durch die Taufe auch in die Kirche aufgenommen. Das lässt sich dem Zeichen des Wassers nicht so direkt entnehmen, gehört jedoch gleichermaßen zu den Wirkungen der Taufe.