Firmung

Die Firmung wird bisweilen als „Sakrament des Heiligen Geistes“ bezeichnet, als „kleines Pfingstfest“ im persönlichen Leben der oder des Gläubigen. Aber haben wir denn nicht schon in der Taufe „den Geist empfangen, der uns zu Kindern Gottes macht“ (vgl. Römerbrief 8,15)? Warum dann noch einmal in der Firmung?

Tatsächlich waren Taufe und Firmung zu biblischen Zeiten und noch für Jahrhunderte so eng miteinander verbunden, dass man sie kaum unterscheiden konnte. Aus verschiedenen Gründen verselbständigte sich mit der Zeit aber die Handauflegung, die den Heiligen Geist spendet. Sie diente zunächst dazu, die Taufe zu bestätigen, sie zu bekräftigen; ein altkirchlicher Name für die Firmung lautete in diesem Sinne „Siegel“.

Die Firmung verbindet die Getauften verbindlicher und fester mit der Kirche. Nach und nach trat eine weitere Wirkung der Firmung in den Vordergrund: die Stärkung der Gläubigen, die diese dazu befähigt, in Wort und Tat Zeugnis für Christus abzulegen. Im Johannesevangelium bezeichnete Jesus den Heiligen Geist als den „Parakleten“. Traditionell übersetzen wir das als „Tröster“; mindestens genauso gut jedoch passt das Wort „Mutbringer“. Firmlinge werden an der Stirn gesalbt, um mit dem Mut, den der Heilige Geist uns schenkt, dem Bösen besser „die Stirn bieten“ zu können.