Ein falsches Wort am rechten Ort 

„Letzte Ölung“ ist ein solches Wort.

Da scheint alle Hoffnung aufgegeben zu sein. Der Tod ist offenbar schon im Krankenzimmer. Das macht Angst. Nicht nur dem Kranken, sondern auch seinen Angehörigen.  Deshalb wurde der Priester wirklich erst ganz am Ende gerufen. Und dann wirkte er wie ein Bote des Todes.

Krankensalbung ist das richtige Wort, das sei dem 2. Vatikanischen Konzil – also seit ca. 60 Jahren - an die Stelle der „Letzten Ölung“ getreten ist, aber der alte Begriff hält sich hartnäckig.  

Mit der neuen Bezeichnung wird nun das Wesentliche benannt: Die Christengemeinde lässt ihre Mitglieder auch und gerade in den Tagen einer schweren Krankheit nicht allein. Sie bietet ihnen durch das Sakrament der Krankensalbung Trost und Stärkung.  Sie ist ein Zeichen für die Nähe Gottes in schwerer Zeit.

Zum Auftrag der Jünger gehörte auch das Heilen. „Sie  trieben viele böse Geister aus und salbten viele Kranke mit Öl und machten sie gesund.“ So heißt es im Markus-Evangelium.

Und im Jakobusbrief gibt es genauere Angaben: "Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben."

„Das gläubige Gebet wird den Kranken retten“ – entweder zurück zum Leben oder zum getrösteten Heimgang zu Gott. Die Worte des Priesters und das Gebet werden verstärkt durch die Salbung mit einem Öl, das aus Oliven und Rosen gewonnen wird.  Olivenöl ist ein Zeichen für Reinheit und Gesundheit, es hat heilende Eigenschaften. Rosenöl ist ein Symbol der Liebe und Schönheit und des Trostes. Es wird oft mit der Liebe Gottes zu den Menschen in Verbindung gebracht. Sein Duft kann beruhigende Wirkung haben.

Angehörige sollten sich also nicht scheuen, bei schwerer Krankheit einen Priester zu  verständigen, um die Krankensalbung zu erbitten.Über das Notfallhandy ist jederzeit Hilfe erreichbar. Sie müssen sich auch keine Sorgen machen um den Zustand des Krankenzimmers oder um die Gestaltung des Raums.

Schön wäre es, wenn die Angehörigen einen kleinen Tisch mit einem Tuch bedecken könnten. Der Priester bringt die religiösen Gegenstände mit, die er für die Krankensalbung benötigt.

Das Entscheidende wirkt der Herr.